Welches ist das älteste Weihnachtslied der Welt?
Die Antwort ist relativ einfach: Es ist das Lied, das zum ersten Mal zu Weihnachten gesungen wurde!
Es ist ganz himmlischen Ursprungs! Der Evangelist Lukas berichtet uns dies so:
„In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe / und Friede auf Erden / den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Die Bibel, Neues Testament, Lukas, 2,8-14)
Doch halt! Aufmerksam lesende Menschen mögen jetzt einwenden: Die Engel haben gesprochen und nicht gesungen!
Das ist richtig, doch wir werden dem entgegnen können: Wenn Engel eine solche Botschaft verkünden, dann klingt das in den Ohren der Menschen immer wie der schönste Gesang.
Wir bleiben deshalb dabei, das älteste Weihnachtslied ist das von den Engeln angestimmte „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis!“
Und dennoch, es ist zugleich ein ganz irdischer Gesang, denn die Stimmen der Engel fanden ihren Widerhall in den Ohren der Hirten, die uns schließlich dieses Lied überliefert haben. Es ist jenes Lied, was heute zu Weihnachten in den unterschiedlichsten Variationen erklingt und zugleich in vielen Gottesdiensten auch außerhalb der Weihnachtszeit gebetet oder gesungen wird.
Weihnachten ist himmlischen Ursprungs, aber es ist zugleich ganz menschlich. Dies sollte uns nicht verwundern, denn es geht ja darum, dass Gott in Jesus Mensch wird und sich uns als Mensch offenbart. Deshalb konnten die Hirten auch das, was sie da von den Engeln zu hören bekamen, in ihrer eigenen Sprache ausdrücken. Schließlich hat es dann der Evangelist Lukas in seinem Weihnachts-Evangelium für alle Zeiten verschriftlicht.
An vielen Orten auf der ganzen Welt und auch bei uns im Weserbergland, wird heute Nacht dieser Text aufs Neue verkündet. Möge in allen diese Botschaft der Engel ihren Widerhall finden, mögen diese Worte in uns zu einem neuen Lied werden, das wir heute auf unserem Weg durch diese Heilige Nacht summen, pfeifen oder singen, auf dass es uns tröstet, stärkt und mit himmlischer Freude erfüllt!
UTGH
